Unsere beiden Triathleten Kirsten de Baey und Christian Thünen finishen bei Höchsttemperaturen den Ironman in Frankfurt (Langdistanz)

Im Eiltempo zur Eisenfrau...

Jetzt mit Erlebnis-Bericht von Kirsten....

 

 

 

 

KIRSTEN DE BAEY

 

 

OVERALL RANK: 337

DIV RANK: 3

 

 

GENERAL INFO

 

BIB

706

Division

F25-29

State

Hamminkeln

Country

DEU

Profession

 

RACE SUMMARY

 

Swim:

1:17:27

Bike

5:33:51

Run

3:42:57

Overall

10:43:17

 

 

CHRISTIAN THÜNEN

 

 

OVERALL RANK: 614

DIV RANK: 132

 

 

GENERAL INFO

 

BIB

1785

Division

M35-39

State

Hamminkeln

Country

DEU

Profession

 

RACE SUMMARY

 

Swim:

1:26:56

Bike

5:39:40

Run

11:25:02

Overall

11:25:02

 

Bericht von Kirsten:

3:30 Uhr der Wecker klingelt. Ich stehe auf und mache mir mein Porridge, frühstücke. Danach ruft mein Freund Adam noch an und gibt mir via Skype noch ein paar letzte Ermutigungen und Kraft für den Tag. Ich bin frohen Mutes und freue mich auf das Rennen. Gemeinsam mit Marc mache ich mich auf den Weg zum Langener Waldsee. Dort angekommen pumpe ich meine Reifen auf und packe meine Riegel und Gele ans Rad, nehme Brille und Kappe mit und laufe Richtung Wechselzone. Dann treffe ich Christian und wir tauschen noch ein paar Worte miteinander, das werden wir schon schaffen. Ich mache mich auf zum Wasser noch eine halbe Stunde bis zum Start. Die deutsche Nationalhymne wird gespielt, Gänsehaut-Feeling. Die Profis starten um 6:42 und 6:45. Die Stimmung am See ist super und meinen Aufregung steigt. Ich schaue mir nochmal die Schwimmstrecke an und kurze Panik überkommt mich, das soll ich alles schwimmen und auch noch ohne Neo!? Noch nie zu vor bin ich 3,8km geschwommen, das Schwimmtraining begann für mich erst im Mai und ich habe nicht das Gefühl so stark zu sein. Ich beruhige mich und sage mir, das werde ich schon schaffen, ist ja nur zum Warmwerden. Ich hoffe nur, dass mir die Hitze von 40 Grad später auf dem Rad und beim Laufen keine großen Probleme bereitet und meine Verpflegung passt. Da kommt die Aufforderung, wir sollen uns bereit machen wenige Sekunden später ertönt der Knall. Gemeinsam mit 2400  anderen Athleten mache ich mich auf den Weg ins Wasser.Ich wollte mich ganz rechts einordnen, da aber alle rechts schwimmen wollen, entscheide ich mich dafür mittig zu schwimmen. Ich hatte mit mehr Prügeleien auf den ersten Metern gerechnet, es geht erstaunlich gut und meine Panikattacken bleiben aus. Von Anfang an fühle ich mich wohl im Wasser. Es ist herrlich warm mit 28 Grad zum Baden ideal zum Schwimmen fast zu warm. Nach den ersten hundert Metern fängt meine Brille an zu beschlagen, ich kann nicht mehr viel sehen, sodass ich versuche mich an meinen Vorderleuten zu orientieren, es ist etwas anstrengend aber irgendwie klappt es bis zum ersten Landgang nach 1500m. Dort setzte ich die Brille ab, mache mir freie Sicht und weiter geht's auf die letzten 2300m. Die zweite Runde hat am meisten Spaß gemacht, ich hatte meinen Rhythmus und konnte relativ frei schwimmen. Dann geht's raus aus dem Wasser und ab aufs Rad, endlich kommen meine Disziplinen. Bis in die Innenstadt von Frankfurt fühlen sich meine Beine schwer an, aber ich denke mir, die fahren sich schon ein. Nach 24km am The Beast geht's endlich bergauf und nach dem Anstieg sind die Beine auf Betriebstemperatur. Schnell noch Verpflegung mitnehmen und ab geht's. Ich fühle mich so wohl auf dem Rad und die Kilometer und die Zeit fliegen nur so rum. Bei Kilometer 60 fängt meine Flaschenhalterung hinten am Sattel an sich zu verabschieden, schnell stoppe ich um meine Pumpe abzumachen, die Flasche am Rahmen mit dem Flickzeug umzupacken, damit ich wenigstens noch eine Halterung für zusätzliches Wasser habe.  Am Heartbreak Hill fährt man durch eine Gasse Menschen den Berg hinauf, man wird fast hochgetragen. Was ein Feeling. Meine Eltern und meine Vereinskollegen haben sich auch auf der Radstrecke verteilt, das macht zusätzlich gute Laune. Auf der ganzen Radstrecke nehme ich vier Powerbar Riegel und ein Gel zu mir, zusätzlich noch fünf Flaschen Iso. Das Wasser nutze ich um meinen Körper von der Hitze abzukühlen. Man merkt unterwegs schon, dass die Sonne ziemlich brennt und einem nur heiße Luft entgegenströmt. Die erste Runde fahre ich etwas langsamer und kann in der zweiten Runde das Tempo noch etwas erhöhen, ich fahre viel nach Gefühl und horche in meinem Körper, ob ich das Tempo so gut halten kann und noch genügend Energie fürs Laufen habe. Der Blick auf die Uhr und den Puls verrät, alles in Ordnung. Nach zwei Runden a 90 km ist dann auch das Radfahren vorbei, ich biege rechts ab Richtung Wechselzone. Die Helfer nehmen mir das Rad ab, ich schnappe mir meinen Wechselbeutel. Hose wechseln, Laufschuhe an, Kappe auf und noch schnell mit Sonnencreme einschmieren lassen. Es geht alles so schnell, dass ich gar nicht realisiere, dass ich noch einen und dazu noch meinen ersten Marathon laufen muss. Vier Runden a 10,5 Kilometer den Main entlang, achtmal über die Brücke. Ich laufe los, meine Beine fühlen sich gut an und mein Stimmungshoch hält an. In der ersten Runde entdecke ich dann auch noch Kathrin und Daniel. Meine Eltern und alle HSV Vereinskollegen sind ebenfalls auf der Strecke verteilt. Nun kann nichts mehr schief gehen. Sie halten mich auf dem laufenden mit den Zwischenständen und feuern mich an. An jeder Verpflegungsstelle gehe ich, um in Ruhe Iso und zum Schluss auch Cola zu trinken und mich kurz unter der Dusche abzukühlen. Eis und kühlende Schwämme nehme ich ebenfalls mit. Die Sonne brennt immer noch sehr und die Luft scheint zu stehen. Die erste Runde läuft sehr locker dann in der zweiten Runde meldet sich plötzlich mein Magen und ich fühle mich nicht mehr wohl. Ich denke das geht ja früh los,  jetzt wird es ein Kampf werden bis zum Ende. Beim nächsten Dixiklo halte ich an. Als ich wieder loslaufe fühle mich mich wieder viel besser und kann in der dritten Runde mein Tempo wieder verschärfen. Die Energie ist wieder da und die Stimmung hellt sich auf. Ich treffe Mark und sehe, dass er nicht ganz so gut drauf ist, aber ich weiß, dass er das durchzieht. In der vierten Runde kann ich kaum glauben, dass ich gleich fertig bin. Ich habe das Gefühl, ich bin noch gar nicht so lange auf der Marathon- Strecke. Die letzten zwei Kilometer brechen an und die Vorfreude aufs Ziel ist groß. Dann geht's ab auf den Römerberg, getragen von den vielen Zuschauern laufe ich nach 10:43:17 und als dritte in meiner Altersklasse ins Ziel ein. Ich bin überglücklich und einfach nur überwältigt. Im Ziel fühle ich mich so gut und immer noch fit. Das hatte ich auch anders erwartet. Im Athleten Garten stehen drei große Plantschbecken, da lege ich mich erstmal ins Eiswasser. Das tut so gut. Als ich wieder rausgehe, sehe ich Marc, der gerade ins Ziel gekommen ist. Ich freue mich, dass er auch noch gut durchgekommen ist. Ich hole schnell meinem Wechselbeutel und rufe Adam an, ich bin so froh, seine Stimme zu hören! Danach muss ich erstmal was herzhaftes Essen nach dem ganzen süßem Zeug am Tag. Käsebrötchen, perfekt! Wenig später sehe ich dann auch Christian im Ziel und freue mich, dass er das Ding durchgezogen hat! Endlich sehe ich auch meine Eltern und falle ihnen überglücklich in die Arme. 

Ich kann das alles immer noch nicht glauben und bin so aufgedreht von allem. Nachdem ich mein Rad geholt habe, mich etwas frisch gemacht habe, gibt's erstmal eine große Pizza. Die Nacht verbringe ich nochmal in Frankfurt, um am nächsten Tag zur Siegerehrung gehen zu können. Leider hat sich diese so hingezogen und ich konnte den Pokal nicht persönlich entgegennehmen, da ich früher fahren musste, da ich noch dringend in der Uni einen Vortrag halten musste. Manchmal fällt alles auf einen Tag. 

Ich bin dankbar, dass ich diesen Tag erleben konnte und auch froh, dass ich gesund und munter im Ziel angekommen bin. Meine Erwartungen habe ich mehr als übertroffen! Ich konnte im Winter von Erkältungen geplagt nicht gut trainieren und zu dem mein Lauftraining erst im April richtig beginnen, da ich große Probleme mit der Hüfte hatte. Dank der guten Physio im RGH zwickte im Training und auch nun nach dem Wettkampf nichts mehr! 

Abgesehen von meinen Blasen an den Füßen, geht's meinen Beinen und auch sonst gut. Die Müdigkeit kommt wohl irgendwann in den nächsten Tagen. 

Jetzt heißt es erstmal Beine hochlegen und für eine Woche die Füße stillhalten, was mir doch schon schwerfällt. In den nächsten Wochen überlege ich mir dann wie ich weitermache. 

Ein großes Dankeschön möchte ich meinem Freund Adam geben, der mich trotz, dass er nicht dabei sein konnte, auch im Vorfeld sehr gut unterstützt, mich aufgebaut und viel Verständnis für mein intensives Training aufgebracht hat. 

Des Weiteren möchte ich auch meinen Eltern danken für alles was sie mir ermöglicht haben und dass sie mich auch in Frankfurt unterstützt haben. 

Dann auch noch Kathrin, die mir seit Mai die Trainingspläne geschrieben hat und auch mental viel mit mir gearbeitet hat und ich dadurch sehr strukturiert trainieren konnte. Das Training hat super viel Spaß gemacht und es hat auch gefruchtet! 

Allen Vereinskollegen, die vor Ort waren und auch die, die zu Hause mitgefiebert haben und mir viel Glück gewünscht haben möchte ich herzlich danken. Ich freue mich Teil dieses Vereins zu sein! 

Auch Marc muss ich an dieser Stelle noch mal danken, der so nett war und mich von Freitag bis Montag bei sich aufgenommen hat und durch seine Langdistanz Erfahrung doch eine gewisse Ruhe in den beiden Tagen vorm Wettkampf gegeben hat.