Unser Trainingslager in 

Winterberg.

Fotos von:

Christel Joormann-Sauer

Helmut Buteweg 

Ralf Leidereiter

 und ein ausführlicher Bericht von Werner Kamps

Trainingslager des Lauf- und Walkingtreffs in Winterberg vom 06.04.2018 bis 08.04.2018
 
Wir schreiben kalendarisch den 06. April des Jahres 2018. Nach einer leicht frostigen Nacht sind um kurz nach 7 Uhr morgens am Hamminkelner Horizont die ersten zarten Sonnenstrahlen erkennbar. Sie verdrängen behutsam die klare, aber kalte Luft und lassen die hoffnungsvolle Erwartung aufkommen, dass nun endgültig das Frühjahr Einzug halten kann.
 
Die guten Wetteraussichten stimmen froh. Es sind auch ideale Voraussetzungen für 21 Mitglieder des Lauf-und Walkingtreffs, die sich an diesem Vormittag auf den Weg machen zu einem Trainingslager. Genau wie in den Vorjahren ist das Hotel Nuhnetal im sauerländischen Winterberg das Ziel.
 
Um 15 Uhr steht schon die erste Trainingseinheit auf dem Programm.
 
Die Walker sind dabei teilweise so motiviert, dass sie fast noch vor dem Gruppenfoto zu Beginn des Nachmittages ihre erste Tour beginnen wollen. Sie möchten nicht warten, sondern endlich starten. Der Kahle Asten ist ihr Ziel. Später wird sich herausstellen, dass auch die Läufer kurzfristig ihre Planung so gestaltet haben, dass von ihnen ebenfalls die berühmteste Wetterstation Nordrhein-Westfalens aufgesucht wird. Das Panorama an diesem Punkt ist an diesem Nachmittag einzigartig. Ein fast wolkenloser blauer Himmel mit strahlendem Sonnenschein und einem grandiosen Blick in die Ferne bilden hier die Kulisse. Es ist Bilderbuchwetter, wie es besser in einem Urlaubsprospekt nicht stehen kann.
 
Eigentlich war alles soweit in Ordnung, wenn die Läufer sich nicht auf dem Rückweg verlaufen hätten. Die Orientierung an dem ausgeschilderten Wanderweg X 13 war nur unzureichend. Dadurch kamen wir vom Weg ab und mussten auf abenteuerlichen Abstiegen quer durch den Wald versuchen, zum nächsten befestigten Schotterweg zu gelangen. Rutschiges Laub, matschige Stellen und entwurzelte Bäume machten die ganze Aktion nicht unbedingt einfacher. Dennoch---wir haben es geschafft und sind alle wohlbehalten, aber ziemlich müde wieder an unserer Unterkunft angekommen. Zur Entspannung gingen einige danach direkt in das Hallenbad oder die Sauna. Für einen Läufer tauchte jedoch nach dem Besuch des Wellnessbereiches ein weiteres Problem auf, da er ohne den hoteleigenen Chip den Aufzug benutzen wollte. Dieses war jedoch nicht möglich, so dass er über den Notausgang einmal komplett um das Hotelgebäude laufen musste, um anschließend durch den Haupteingang wieder zum Hotelzimmer zu gelangen.
 
Merke deshalb: Immer im Hotel den Chip mitnehmen, damit einem tatsächlich auch alle Wege und Türen offenstehen.
 
Zur Freude aller Teilnehmer wurden wir am Samstagmorgen mit Sonnenschein und einer glasklaren Luft bei einer Außentemperatur von plus 2 Grad geweckt. Besser konnten die Voraussetzungen nicht sein, um einen Großteil des Tages im Freien zu verbringen.
 
Die Walker nahmen den Weg in Richtung Züschen unter ihre Füße, wobei zwischendurch auch Pausen zur Stärkung eingelegt wurden. Für die Läufer stand eine Mountainbiketour auf dem Programm. Mit unserem Radguide Kurt ging es über Elkeringhausen und dem Küstelberg in Richtung Meschede und Willingen. Dort wurde in der Graf-Stolberg-Hütte zu Mittag gegessen und gleichzeitig auf der Terrasse die wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Wälder betrachtet. Mit neuem Schwung radelten wir über Düdinghausen und dem Küstelberg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Zwischendurch erfolgte eine kurze Rast beim mit 500 Jahre ältesten Baum des Ortes Küstelberg. Während des gesamten Tages haben wir dabei die landschaftliche Schönheit mit einzigartigen Blicken über die Wiesen, Wälder und Felder genießen können. Nebenbei wurden während der etwa 5 Stunden dauernden Fahrt insgesamt knapp 40 km und 850 Höhenmeter mit Steigungen bis zu 19 Prozent zurückgelegt. Dabei war wieder Konzentration und Geschicklichkeit gefragt. Es ging am Anfang direkt steil bergab, dabei über Stock und Stein und stets begleitet von einem ständigen rauf- und runterschalten der Gänge. Mit zunehmender Dauer der Tour wurde immer weniger gesprochen. Es war ein deutliches Zeichen dafür, dass keiner unterfordert war, aber Spaß gemacht hat es trotzdem jedem, der mitgefahren ist. Positiv hervorzuheben ist dabei der unerschrockene Einsatz von Helmut und Ralf, die als einzige aus der Gruppe bereit waren, ihr Mountainbike über einen schwierig zu fahrenden Wurzelpfad zu lenken. Auch die Frauen aus unserer Gruppe waren nicht bereit, über diesem Pfad in die Pedalen zu treten, obwohl es sich unmittelbar vorher noch anders anhörte.
 
Abgerundet wurde der Tag beim gemütlichen Beisammensein durch zwei Episoden, die von Manfred Müller aus einem Buch vorgetragen wurden. Es ging dabei um Renate Bergmanns Ausführungen zu den Themen eines veganen Smoothie-Drinks und um eine wehleidige Frau namens Gertrud, die schon seit 20 Jahren Beschwerden hat, obwohl ihr eigentlich nichts fehlt. Die Beiträge haben für allgemeine Heiterkeit gesorgt und einen schönen Abschluss eines gelungenen Tages geliefert.
 
Am Sonntag ging es für die Walker in Richtung des im Sauerland ebenfalls vorhandenen Bodensees. Die Läufer nahmen ein Teilstück des Siebentälerweges in Angriff. Mit einem gemeinsamen Mittagessen im Bobhaus endete ein abwechslungsreiches Wochenende.
 
Deutlich wurde, dass die Walker sich in Winterberg sehr wohl fühlen. Die Stimmung bei ihnen war von Anfang an sehr gut mit Tendenz zu hervorragend bzw. ausgezeichnet. Sie planen dort die Touren bzw. Tagesabläufe genau so, wie es ihren Wunschvorstellungen entspricht. Leider sieht es bei den Läufern anders aus. Es wurden bereits im Vorfeld von manchen kritische Anmerkungen zu dem Standort Winterberg geäußert verbunden mit dem Wunsch, zukünftige Trainingslager an einen anderen Ort durchzuführen. Einige ließen sogar ihren Worten auch Taten folgen in der Form, dass sie in diesem Jahr einfach nicht mehr mitgefahren sind. Es bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft eine für alle Teilnehmer zufriedenstellende Lösung finden lässt.
 
Einigkeit herrschte jedoch darin, dass die Unterkunft in Winterberg mit dem Hotel Nuhnetal einwandfrei ist. Sowohl das Essen in Buffetform als auch die Bedienung durch die Mitarbeiter lassen keine Wünsche offen. Insbesondere die Kellnerin, die für die ausreichende Flüssigkeitsversorgung nach anstrengenden Tagen zuständig war, nahm ihre Aufgabe sehr pflichtbewusst war. Sie legte immer viel Wert darauf, dass auf dem Getränkezettel auch alles schön aufgeschrieben wurde. Durch ihre zielstrebige, aber auch rührig-besorgte Art haben viele aus der Gruppe sie als sympathisch empfunden. Als sie von uns zur Anerkennung und Wertschätzung ihrer unermüdlichen Arbeit noch zusätzliches Trinkgeld bekam,  war sie sichtlich bewegt und strahlte übers ganze Gesicht. Damit hatte sie nicht gerechnet und es zeigte sich erneut, dass durch kleine Geschenke oftmals eine große Wirkung erzielt werden kann.
 
Unser Dank gilt Reinhard, der die Vorbereitung des Wochenendes in die Hand genommen hat, obwohl er selbst am Trainingslager nicht teilnehmen konnte. Herzlichen Dank auch an Mechthild, die in schöner Form die Begrüßung unserer Gruppe vorgenommen hat und während der Durchführung des Wochenendes die offiziellen Angelegenheiten regelte, ohne dass wir es richtig gemerkt haben. 
 
Das gesamte Wochenende war erneut geprägt von dem Willen jedes einzelnen Teilnehmers durch Anerkennung, Respekt und Achtung für den jeweils anderen ein Gefühl der Geborgenheit und damit Zusammengehörigkeit entstehen zu lassen. Dieses ist nach meiner Ansicht auch tatsächlich gelungen, so dass zu hoffen bleibt, dass auch zukünftig solche Zusammenkünfte stattfinden, und zwar unabhängig davon, an welchem Ort auch immer.