09.11.2016 Berenloop [Update]

von Helmut Buteweg

Werner Kamps

gewinnt den Berenloop Terschelling Marathon in seiner Altersklasse.

Werner schrieb uns dazu eine kurze Zusammenfassung zum Marathon.

 Auf einer der schönsten und härtesten Marathonstrecke in den Niederlanden, in der Bären-Schleife konnte Werner sich gegen 120 Teilnehmern seiner Altersklasse durchsetzen.

M50, 42.2 KM RECR
PltsNaamGJWoonplaats/VerenigingBrutoNetto
1Werner Kamps1964Hamminkeln3:13:443:13:18

 

Marathon im November auf der Insel Terschelling
 
Am Sonntag um 12.40 Uhr standen ca. 600 Teilnehmer bereit, um die Marathonstrecke auf der holländischen Nordseeinsel Terschelling in Angriff zu nehmen. Mit sonnigem Wetter und einer Temperatur von ungefähr 10 Grad herrschten sehr gute Voraussetzungen für den Lauf. Es sollte auch tatsächlich während des ganzen Rennens keinen Regen geben. Dieses war nicht selbstverständlich, da es in der Nacht von Freitag auf Samstag fast ununterbrochen zu Nieselregen und Schauern kam.
 
Die Laufstrecke führte vom Fährhafen in West-Terschelling an der Hauptstraße der Insel entlang. Die ersten knapp 15 Kilometer waren relativ flach und daher auch einfach zu laufen.
Die Streckenbeschaffenheit sollte sich jedoch ändern.
Nach knapp der Hälfte der Distanz ging es in das Dünengebiet. Dieses war nicht so ganz hügelig, wie man es von den deutschen Nordseeinseln her kennt, aber schon ziemlich wellig. Die Oberschenkel fingen an schwer zu werden. Die Krönung der Strecke kam jedoch im Abschnitt zwischen km 33 und km 36. Genau in dem Bereich, wo ohnehin schon die Beine etwas weh tun, musste man über Sand laufen. Zum Glück war meine Motivation noch ansatzweise soweit vorhanden, dass ich weiterlaufen konnte. Einerseits war deutlich zu sehen, dass auch die anderen Teilnehmer Schwierigkeiten hatten, ein gleichmäßiges Lauftempo zu halten, und andererseits lenkte das Rauschen der Nordseewellen als angenehme Hintergrundmusik schon etwas von den Strapazen des Laufes ab. Dennoch wusste spätestens zu diesem Zeitpunkt jeder, warum in der Ausschreibung stand, dass es nicht die einfachste Marathonstrecke ist. Als ich dann mehr im Gehen als im Laufen den tiefen Sand in Richtung Deich bzw. Inselmitte verlassen hatte, lag der schlimmste Abschnitt der Strecke hinter mir. Es musste noch ein Waldgebiet durchquert werden, bevor anschließend der Ausgangspunkt wieder erreicht war.
 
Insgesamt ist es wegen der Höhenunterschiede und des wechselnden Untergrundes ein schwieriger, aber landschaftlich sehr schöner Rundkurs. Man erhält tatsächlich einen Überblick über die ganze Vielfalt der einzelnen Gebiete der Insel, sofern man während des Laufes dazu überhaupt noch aufnahmefähig ist. Ob ich allerdings solch einen Marathon nochmals laufen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Das größte Risiko liegt nicht so sehr in der anstrengenden Streckenführung, sondern vielmehr in der Unberechenbarkeit des Wetters. Dieses Jahr hatten die Teilnehmer Glück, weil es trocken und sonnig war. Es hätte jedoch auch ganz anders kommen können, wie es sich vor und nach dem Sonntag auch auf Terschelling gezeigt hat.
 
Deshalb bleibt als Ergebnis nur festzustellen:
 
Wer sich von unangenehmen Wetterverhältnissen nicht abschrecken lässt, der kann durchaus einen solche Distanz auch im November auf einer Insel laufen. Wer jedoch einen Marathon sucht, bei dem eine neue persönliche Bestzeit gelaufen werden kann, der sollte nicht unbedingt Terschelling als Planung in seinen Kalender aufnehmen. Für mich persönlich war es eine schöne Abwechslung, bei der ich im wahrsten Sinne des Wortes unter Wettkampfbedingungen laufend die Insel erkunden konnte.
 
Werner Kamps
 
 

http://www.berenloopterschelling.nl/berenloop/hele-marathon/